Arthrose-Therapie bei Dr. Thomas von Rothkirch in Hamburg

Was heißt Arthrose?

Das Wort Arthrose ist vom griechischen Wort für Gelenk, Arthron, abgeleitet. Arthrose bedeutet verschleißbedingte Gelenkerkrankung.

Wie funktioniert ein normales Gelenk?

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Bild 1
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Der Knorpel überdeckt die Gelenkflächen gleichmäßig (Bild 1 und 2), ist wenige Millimeter dick, fest, zugleich aber auch etwas elastisch und an der Oberfläche spiegelglatt. Seine Aufgaben sind es daher, reibungsarme Bewegungen des Gelenks und Pufferung von Stoßbelastungen zu ermöglichen.

Der Gelenkknorpel beim Erwachsenen kann sich nur äußerst langsam regenerieren, Knorpelschäden sind daher in der Regel nicht zu beseitigen. Eine Erklärung hierfür mag die Tatsache sein, dass der Knorpel nicht durchblutet ist. Die notwendigen Nährstoffe erhält er aus der Gelenkflüssigkeit (Synovia), die von der Gelenkschleimhaut (Synovialis) produziert wird. Die Synovia ist zähflüssig wie Öl; eine ihrer Hauptaufgaben besteht daher in der Schmierung des Gelenks. Der wichtigste Stoff, der diese Eigenschaft der Synovia gewährleistet, ist die Hyaluronsäure, eine Substanz, die in der Therapie der Arthrose eine wichtige Rolle spielt.

Entstehung und Charakteristika der Arthrose

Wie alle Gewebe altert auch der Knorpel. Bei jedem Menschen kommt es daher – individuell unterschiedlich ausgeprägt – zu verschleißbedingten Gelenkveränderungen, zu Arthrosen. Bei über 50-Jährigen leiden schätzungsweise 80 Prozent unter mehr oder weniger starken arthrosebedingten Schmerzen.

Neben dem Lebensalter kann der Knorpel durch Überlastung oder durch eine angeborene Knorpelschwäche geschädigt werden. Gründe für eine Überlastung sind z.B. Übergewicht, Hochleistungssport oder Gelenkfehlstellungen (z.B. O- oder X-Bein, Hüftdysplasie mit angeborener Fehlform des Hüftgelenks).

Besonders anfällig für die Entstehung einer Arthrose sind folgende Gelenke: Kniegelenk, Hüftgelenk, Fingermittel- und -endgelenke, Daumensattelgelenk, Großzehengrundgelenk, Schultereckgelenk und nicht zuletzt die kleinen Wirbelgelenke.

Was geschieht im Gelenk bei der Arthrose?

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Ist der Knorpel geschädigt (Bild 4), kommt es zum Abrieb, der umso schneller vonstatten geht, je unebener die Flächen werden. Abgeriebener Knorpel führt zur Entzündung der Gelenkinnenhaut (Bild 3), was verbunden ist mit einer Schwellung und mit Schmerzen.

Es kommt zur vermehrten Produktion von Gelenkflüssigkeit, was als Erguss bezeichnet wird (Bild 3). Infolge der Ausdünnung der Knorpelschicht wird der Knochen überlastet. Er wird dichter, und es entstehen umschriebene Einbrüche, die als Zysten bezeichnet werden (Bild 3). Die Synovia verliert ihre Fähigkeit zur Schmierung. Die Folge ist eine weitere Überlastung des Knorpels, vergleichbar einem Motor, der kein Öl mehr hat.

Die Entzündung sorgt darüber hinaus zu weiteren Schäden, indem der Knorpel durch bestimmte Entzündungsstoffe direkt angegriffen wird. Insgesamt also ein Teufelskreis.

Behandlung der Arthrose

Die Arthrosetherapie ist ein Schwerpunkt meiner ärztlichen Arbeit. Hauptziel der Therapie ist natürlich, die Schmerzen zu beseitigen. Der Knorpel bildet sich wie gesagt nicht neu, Wundermittel zu seiner Wiederherstellung gibt es nicht. Natürlich kann man Schmerzmittel einnehmen (z.B. Diclofenac, Ibuprofen), die aber bei längerer Einnahme oft zu Magenproblemen führen.

Eine reine Schmerztherapie ist die Akupunktur, die sehr häufig wirkt (siehe Abschnitt „Akupunktur“) und seit annähernd 2 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

Sehr sinnvoll ist es, die Entzündung im Gelenk zu beseitigen. Das wirksamste Mittel hierzu ist Cortison, das in bestimmter Zubereitung (in Form einer Kristalllösung) direkt ins Gelenk gespritzt wird. Bei zu häufiger Anwendung können jedoch hierdurch weitere Knorpelschäden entstehen. Eine andere Methode ist die Anwendung entzündungsblockierender Stoffe, die aus dem Blut des Patienten gewonnen werden (genannt Orthokin). Diese Behandlung ist eine sogenannte IGEL-Leistung (Individuelle GEsundheitsLeistung), die nicht von den gesetzlichen Kassen getragen werden. Gegen die Gelenkentzündung kann auch eine Behandlung mit radioaktiven Stoffen helfen, die direkt ins Gelenk gespritzt werden (sogen. Radiosynoviorthese) und die Gelenkschleimhaut zerstört.

Ein weiterer sehr sinnvoller Ansatz besteht in der Verbesserung der Gelenkschmierung, indem Hyaluronsäure (z.B. Hyalart, Synvisc u.a.) in konzentrierter Form ins Gelenk gespritzt wird. Dies hat eine verminderte Reibung, damit geringeren Abrieb und so eine Abnahme der Entzündung und der Schmerzen zur Folge. Auch diese Therapie ist eine IGEL-Leistung.

Einen schmerzlindernden Effekt können physikalische Behandlungen (z.B. Wärme- oder Kälteanwendungen, Krankengymnastik oder Bestrahlungen) haben. Ebenfalls schmerzlindernd wirken sogen. Orthesen (Gelenkschienen zur Ruhigstellung).

Haben die erwähnten konservativen Behandlungen keine ausreichende Wirkung, gibt es zahlreiche operative Therapiemöglichkeiten, die sehr effektiv, aber natürlich deutlich aufwendiger sind als konservative Maßnahmen. In Betracht kommen Gelenkspiegelung (Arthroskopie), gelenkerhaltende Korrektur einer Fehlstellung, Gelenkumformung (Arthroplastik), Gelenkversteifung (Arthrodese) und der Gelenkersatz (Endoprothetik). Einzelheiten zu diesen Maßnahmen finden Sie unter den entsprechenden Stichworten.