Defintion, Entwicklung und Anwendungshäufigkeit von Endoprothesen

Was heißt Endoprothetik und welchen Stellenwert hat sie in der modernen Medizin?

Der Begriff Endoprothese setzt sich aus folgenden altgriechischen Wortstämmen zusammen: Endo bedeutet „innen“, pro „vor“ oder „anstatt“ und thesis das „Setzen“ oder „Stellen“. Als Wortsinn in der Medizin ergibt sich daraus der Ersatz von innen gelegenen Körperteilen. Am Bewegungsapparat bedeutet Endoprothese der Gelenkersatz.

Der Gelenkersatz stellte in der Medizin eine Revolution dar. Durch den Austausch beschädigter Gelenke lassen sich Schmerzen und Funktionsstörungen beseitigen und die Lebensqualität der betroffenen Patienten schlagartig verbessern. Aber erst Mitte der 50er-Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts waren die technischen und medizinischen Voraussetzungen soweit gediehen, dass Endoprothesen (zunächst am Hüftgelenk, siehe Hüft-Endoprothese, später  auch am Kniegelenk: s. Knie-Endoprothese) mit guter Erfolgsaussicht und in zunehmender Häufigkeit eingesetzt werden konnten. Die Zahl der Endoprothesenoperationen hat in den letzten Jahren weltweit erheblich zugenommen. "Weltmeister" in der Anwendungshäufigkeit sind dabei Deutschland und die Schweiz. Wenn in Deutschland vor ca. 20 Jahren etwa 100 000 Knie- und Hüftendoprothesen eingesetzt wurden, sind es heute ca. 400 000 Operationen pro Jahr. 

Neben Hüft- und Kniegelenk können an folgenden Gelenke ebenfalls mit sehr guter Erfolgsaussicht Endoprothesen eingesetzt werden: 

Schultergelenk 

Ellbogengelenk

Fingergelenke (Grundgelenk, MittelgelenkDaumensattelgelenk),

Oberes Sprunggelenk

Häufigste Ursache für Gelenkschäden ist übrigens die Arthrose (s. auch Kapitel "Arthrose").