Risiken bei einer Endoprothesenoperation

Folgende Komplikationen sind von Bedeutung:

Infektion, tiefe Beinvenenthrombose (evtl. mit Folge einer Lungenembolie), Verrenkung (Luxation, besonders nach Hüft-Endoprothese), Verkalkungen nach Hüft-Endoprothese, Verletzung des Knochens während der Operation, Verletzung großer Nerven oder Blutgefäße, „Refektorische“ Durchblutungsstörung (nach Operationen außer am Hüftgelenk)

Infektion: Eine Infektion nach Implantation einer Endoprothese (egal an welchem Gelenk), das heißt die Besiedelung von Bakterien im Bereich des Implantats, tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 bis 1 Prozent auf. Es entstehen dann mehr oder weniger starke Schmerzen im Operationsbereich. Um einen Infekt zu verhindern erfolgt bei jeder Operation eine Desinfektion (Verminderung der Bakterien an der Hautoberfläche) und bei jeder Endoprothesenoperation eine Prophylaxe mit einem Antibiotikum (in der Regel als „Einmalgabe“ während der Operation). Eine Infektion erfordert immer eine erneute Operation, bei der im Frühstadium (bis zu 3 Wochen nach der ersten Op) die Umgebung der Endoprothese gesäubert, im Spätstadium (bei mehr als 3 Wochen nach der Erst-Op) das gesamte Kunstgelenk gewechselt werden muß. Die Heilungschance liegt bei ca. 90 Prozent.

Thrombose: Eine weitere Komplikationsmöglichkeit liegt in der Entstehung einer tiefen Beinvenenthrombose (Blutgerinnsel), die bei Knie- und Hüft-TEPs bei ca. 20 Prozent liegt. Die gefürchtete Lungenembolie (Verstopfung einer Lungenarterie durch ein losgelöstes Blutgerinnsel) kommt mit einer Häufigkeit von ca. 2-4 pro tausend Operationen vor. Die Gefahr daran zu versterben ist allerdings äußerst gering.

Die Häufigkeit der beiden oben genannten Komplikationen sind weitgehend unabhängig von der Klinik, in welcher ein Eingriff durchgeführt wird, da es allgemeingültige Standards gibt, die befolgt werden müssen.

Hüftluxation: Nach einer Hüft-TEP kann es zu einer Verrenkung (Luxation) des Gelenks kommen. Die Häufigkeit eines solchen Problems kann mit ca. 3-5 Prozent angegeben werden. Dieser Faktor hängt wesentlich von der Präzision ab, mitder das Kunstgelenk eingesetzt wrid. In meiner persönlichen Operations-Statistik tritt eine Hüftluxation bei weniger als 3 pro Tausend auf, also ca. 10 mal seltener als sonst üblich.

Verkalkungen in der Umgebung des Hüftgelenks: Nach dem Gelenkersatz an der Hüfte kommt es mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 bis 10 Prozent zu Verkalkungen in der Umgebenung des Kunstgelenks, was jedoch selten zu Problemen führt. Äußerst selten ist dann aufgrund eventueller Schmerzen und von Bewegungseinschränkung eine erneute Operation erforderlich.

Verletzung des Knochens während der Operation: Wie bei jeder mechanischen Arbeit kann es auch beim Einsatz eines Kunstgelenks zu Schäden am Knochen kommen, was äußerst selten (bei erhöhter Brüchigkeit des Knochens) auftritt. Solche Schäden sind in der Regel noch während der Operation durch entsprechende Maßnahmen zu beheben.

Verletzungen großer Blutgefäße oder Nerven: Äußerst selten treten Verletzung wichtiger Nerven oder großer Blutgefäße auf. Bei von mir operierten Patienten ist es bisher nur ein einziges Mal zu einer Nervenverletzung gekommen.

„Refektorische“ Durchblutungsstörung: Nach Operationen an Gelenken (hier ist das Hüftgelenk ausgenommen) kommt es äußerst selten zu einer schmerzhaften Durchblutungsstörung, die Folge einer Fehlsteuerung des vegetativen Nervensystems ist (sogenannte Reflexdystrophie oder Sudeck´sche Dystrophie). Über die Symptome und den Verlauf einer solchen Erkrankung finden Sie im Abschnitt Literatur eine umfangreiche, von mir verfasste Publikation („Das Sudeck-Syndrom der Hand“). Am ehesten kann es nach Operationen an der Hand oder der Schulter zu einer solchen Störung kommen. Bei angemessener Behandlung kommt hier zur Ausheilung.