Symptome und Therapie des Karpaltunnelsyndroms

Das Karpaltunnelsyndrom (KTS oder CTS) ist eine der häufigsten Erkrankungen im Bereich der Hand. Der Karpaltunnel ist ein anatomischer Engpass an der Handwurzel (Carpus=Handwurzel, Bild 1), durch welchen ein wichtiger Nerv, der mittlere Unterarmnerv (Nervus medianus), und zahlreiche Fingerbeugesehnen hindurchlaufen. Diese Sehnen sind im Bereich des Karpaltunnels von Gleitschichten (Sehnenscheiden) umgeben, die aus unterschiedlichen Gründen anschwellen können, wodurch der mittlere Unterarmnerv im Karpaltunnel eingequetscht wird (Bild 2).

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Bild 1
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Bild 2
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Bild 3

Folge ist eine Reizung des Nerven: Die Hand kribbelt und schmerzt bei Belastungen und besonders in Ruhe (vorwiegend nachts). Diese Schmerzen umfassen nicht selten den gesamten Arm einschließlich der Schulter. Die Missempfindungen treten im sensiblen Versorgungsbereich des mittleren Unterarmnerven auf, wie auf Bild 3 dargestellt.

Viele Menschen sind der festen Überzeugung, dass diese Beschwerden des Karpaltunnelsyndroms ihre Ursache in einer Nervenstörung der Halswirbelsäule haben, weshalb die Diagnose nicht selten verspätet gestellt wird.

Die Behandlung besteht zunächst in einer denkbar einfachen Maßnahme, indem das Handgelenk mit Hilfe einer Schiene stabilisiert wird (Bild 4), wodurch sich der mittlere Unterarmnerv oft beruhigen kann und die Schmerzen zurückgehen.

Bleibt diese Maßnahme ohne ausreichenden Erfolg, muss eine kleine Operation durchgeführt werden, wobei sich die Einengung des Nerven beseitigen lässt, indem das aus einem Band bestehende Dach des Tunnels durchtrennt wird (Bild 5). Die Symptome verschwinden danach innerhalb von Stunden.

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Bild 4
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Bild 5